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Fragen zum Thema „Ludwig² - Der König kommt zurück“ – William Cohn


1. Was ist es für ein Gefühl, nach relativ langer Zeit wieder in diesem Musical mitwirken zu dürfen?


Danke der Nachfrage, ein sehr gutes! Es sind bezaubernde Kollegen, das Stück ist in der neuen Fassung spannender, tiefer und in sich schlüssiger geworden.


2. Wie hast du von der Wiederaufnahme des Stückes erfahren?


Über den Füssener „Flurfunk“.


3. War es für dich von Anfang an klar, dass du wieder mitspielen wirst?


Ich weiss nicht recht, wie ich diese Frage beantworten soll. Einerseits hätte ich mich gefreut, andererseits lag das ja nie in meiner Hand, also konnte das auch nicht für mich klar sein. Ausserdem war ich mir nicht sicher, ob ich nach 462 Aufführungen, die doch einen massiven Nachhall in mir hinterlassen hatten, noch einmal dazu in der Lage sein würde.


4. Wurdest du vom Kreativteam angesprochen, ob du wieder mitwirken möchtest oder hast du dich nochmals beworben?


Gerd Fischer rief mich eines sehr schönen Tages in Berlin an und fragte mich, ob ich Lust hätte mit zu machen. Ich hatte Lust.


5. Das Stück wird nun mit einigen Änderungen aufgeführt – wie empfindest du diese? Sind sie sehr gravierend (vielleicht darfst du unseren Lesern auch ein wenig mehr darüber verraten…)?


„Einige Änderungen“ wäre untertrieben, es ist ein ziemlich neues Stück geworden. Die Hits sind alle wieder mit dabei aber…. Nun möchte ich an der Stelle nicht zu viel verraten, weil ich die Spannung nicht nehmen möchte, aber soviel, man kann ein und denselben Satz auf 1000 verschiedene Arten sagen und jedesmal ist es eine ganz andere Aussage. Selbst wenn wir das genau gleiche Stück spielen würden, es wäre Dank der hervorragenden Regie von Gerhard Weber doch eine ganz andere Show.


6. Neben den bekannten Darstellerinnen und Darstellern, die bereits bei „Ludwig²“ im Füssener Festspielhaus mitspielten, sind nun auch neue Gesichter dabei. Wie würdest du die Zusammenarbeit beschreiben – seid ihr ein harmonisches Team?


Die Zusammenarbeit ist hervorragend und die neuen Kollegen entzückend! Allerdings sind vom alten Team nicht mehr allzuviele mit dabei.


7. Wenn du an deine Zeit bei „Ludwig²“ in Füssen zurückdenkst, welche Erlebnisse sind für dich unvergesslich geblieben?


Viele, z. B.


• Die Neujahrsnacht 2004/2005 als Jan Ammann und ich um 1:00 mit einem Glas Sekt in der Hand im Schnee einmal um das Theater gingen und ich ihm dann die Räuberleiter unter der Ludwig-Glocke machte, während er den Klöppel so lange anschob bis er anschlug und ein großer einzelner Glockenschlag durch die Nacht dieses noch neuen Jahres über den See hallte;


• als wir das erste mal in der Bar abends im Angesichte des beleuchteten Schlosses „Kalte Sterne“ sangen,


• die Premiere,


• die wunderbare Beachparty mit der Gräfin und den 17 Gläsern des famösen Max´schen Pálinka,


• jene Aufführung, als die Requisite die Feder auf dem Verschwörertisch vergessen hatte und Lutz diese erst einmal holen gehen musste, während wir verbliebenen uns mit rollenkonformen Improvisationen bemühten die Zeit zu überbrücken.


• die Langlaufski-Fahrten ins Theater und der Heimweg zurück im Dunkeln,


• die Dernière, als wir Kollegen noch einmal ganz eng zusammenstanden während der letzte Geschäftsführer versuchte, dem Publikum eine letzte Ansprache zu halten,  und so vieles mehr.


8. Die Füssener sehen die Wiederaufnahme des Musicals eher kritisch an – viele sind auch der Meinung, dass Kempten nicht der passende Ort für dieses Musical sei – wie siehst du diesen Konflikt?


Von diesem Konflikt habe ich bisher noch nichts mitbekommen. Was soll ich dazu sagen? Toll wäre es in Füssen, wir alle lieben dieses wunderbare Haus und leiden darunter, seinen Verfall mit ansehen zu müssen, da aber die Konstellationen im Festspielhaus eine Neuauflage dort auszuschließen scheinen,   ist es ziemlich müssig, sich über den „richtigen“ Aufführungsort Gedanken zu machen. (Was die Füssener noch nie davon abgehalten hätte, sich trotzdem den Kopf zu zerbrechen) Vor allem kann man es den Kemptener Veranstaltern wirklich nicht zum Vorwurf machen, dass wir dort spielen, im Gegenteil, wir können froh darüber sein, denn in Füssen wäre das mit Sicherheit nicht mehr zustande gekommen. Und wenn ich mir die Professionalität der Kemptener Veranstalter so anschaue, da gäbe es in Füssen doch noch Nachholbedarf, bis so eine Veranstaltung dort wieder ein Erfolg werden könnte. Daher kann ich diese Aussage nicht wirklich nachvollziehen.


9. Wir drücken natürlich fest die Daumen, dass die Wiederaufnahme des Musicals nun dafür sorgt, dass ab sofort jedes Jahr „Ludwig² - Der König kommt zurück“ einen festen Platz in Kempten und beim Publikum erhalten wird. Wirst auch du dem Stück erhalten bleiben, falls es Jahr für Jahr wieder dort spielen wird?


Diese Frage stellt zu hohe Ansprüche an meine hellseherischen Fähigkeiten, aber „schaumer mal, dann segn mer scho“, um einen anderen Bayerischen Kaiser zu zitieren.


Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!


Gerne geschehen und ich wünsche Dir und der Zeitung alles Gute!